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Echinacea: Was sagt die Studienlage zu diesem Kraut?

Published: 2026-09-03·Authored by My Health N Wellness editorial team
Pflanzliche NahrungsergänzungsmittelImmunsystemErkältungs- und Grippezeit
⏱️ 5 Min. Lesezeit • Evidenzbasiert

Echinacea: Wird dieses Kraut seinem Ruf bei Erkältungen wirklich gerecht?

Nach einem späten Döner kratzt es plötzlich im Hals, und im Büro erwähnt jemand Echinacea-Kapseln. Kommt Ihnen das bekannt vor? Echinacea gehört zu den meistdiskutierten pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln rund um die Erkältungs- und Grippezeit, aber wirkt es tatsächlich so, wie viele annehmen?

Was ist Echinacea?

Echinacea, auch Purpur-Sonnenhut genannt, ist eine Gruppe von Blütenpflanzen, die die meisten eher als hübsche Gartenblume kennen denn als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln. Echinacea-Arten sind mehrjährige Pflanzen, die eng mit Sonnenblumen, Gänseblümchen und Ambrosia verwandt sind und ursprünglich von indigenen Völkern Nordamerikas bei Atemwegsinfekten, Zahnschmerzen und sogar Schlangenbissen verwendet wurden.

Heute wird sie vor allem wegen ihrer Wurzeln, Blätter und Blüten angebaut und verarbeitet, die zu Kapseln, Tinkturen, Lutschtabletten, Tees und Tropfen weiterverarbeitet werden. Beim Gemüsehändler finden Sie sie nicht, in den Regalen der Apotheke dagegen leicht, meist beworben für die Erkältungs- und Grippezeit. Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel wie Echinacea sind in der Regel anders reguliert als Arzneimittel, deshalb lohnt es sich, die Etiketten zu prüfen und bei einer seriösen Quelle zu kaufen.

Warum nehmen Menschen es ein?

Echinacea und Erkältungen

Das ist der häufigste Grund, warum Menschen zu Echinacea greifen, besonders vor der Grippesaison oder nach einer Reihe von langen Nächten und Stunden unter Neonlicht im Büro. Laut NCCIH ist weiterhin unklar, ob Echinacea die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, sich eine Erkältung einzufangen, oder wie lange eine Erkältung dauert, wenn man sie schon hat. Eine große, gut angelegte placebokontrollierte Studie verglich die Gesamtzahl der Erkältungsepisoden und die Anzahl der Krankheitstage zwischen einer Echinacea-Gruppe und einer Placebo-Gruppe, und die Ergebnisse unterschieden sich zwischen den Studien stark. Die Mayo Clinic fasst das ehrliche Bild gut zusammen: Eine mögliche Wirkung von Echinacea auf Erkältungssymptome ist im Alltag womöglich zu gering, um sie zu bemerken.

Anwendung bei Menschen, die häufig erkältet sind

Einige Studien haben Echinacea bei Menschen untersucht, die häufig Erkältungen bekommen, statt bei einer einzelnen Erkältungsepisode. Dieselbe große europäische Studie untersuchte wiederkehrende Infekte und auch, wie konsequent die Teilnehmenden Echinacea wie vorgegeben einnahmen. Viele Menschen nehmen es nicht als Notfallmittel, wenn die Symptome schon da sind, sondern in einer Phase, in der sie wissen, dass sie angeschlagen oder übermüdet sind oder Prüfungszeit und eng getaktete Deadlines jonglieren müssen.

Traditionelle Anwendung bei Hautreizungen

Neben Erkältungen werden manche Echinacea-Cremes und -Salben für Hautprobleme wie Ekzeme und kleine, schlecht schließende Wunden beworben. Das NCCIH weist darauf hin, dass manche Echinacea-Produkte für die äußerliche Anwendung bei verschiedenen Hautproblemen angepriesen werden, es aber unklar ist, ob Echinacea speziell bei Ekzemen tatsächlich hilfreich ist, da diese Anwendung deutlich weniger erforscht wurde als die bei Erkältungen. Wenn Sie mit anhaltenden Hautproblemen zu tun haben, ist dies nichts, worauf Sie sich anstelle einer fachgerechten dermatologischen Betreuung verlassen sollten.

Allgemeine Aktivität des Immunsystems

Forschende haben zwei Gruppen natürlicher Verbindungen in Echinacea untersucht, sogenannte Polysaccharide und Glykoproteine, außerdem pflanzliche Verbindungen namens Alkamide, die in Laborstudien offenbar mit Signalwegen des Immunsystems in Wechselwirkung treten. Ihr Immunsystem ist im Grunde der interne Sicherheitsdienst Ihres Körpers. Das beruht allerdings überwiegend auf Labor- und Tierstudien – die tatsächliche Wirkung beim Menschen, besonders auf Bevölkerungsebene, bleibt in klinischen Studien uneinheitlich.

Bioverfügbarkeit & Aufnahme

Eine der kniffligsten Eigenschaften von Echinacea ist, dass keine zwei Produkte ganz gleich sind. In Nahrungsergänzungsmitteln werden mehrere Echinacea-Arten verwendet, und die genaue Zusammensetzung der Wirkstoffe hängt davon ab, welcher Teil der Pflanze verwendet wird (Wurzel, Blatt oder Blüte), wie sie verarbeitet wird und sogar in welchem Boden sie gewachsen ist. Das bedeutet, dass ein Echinacea-Tee und eine Echinacea-Kapsel eines anderen Herstellers nicht unbedingt vergleichbare Mengen der Verbindungen liefern, die nach Ansicht der Forschenden von Bedeutung sind. Wissenschaftler haben außerdem darauf hingewiesen, dass einige der wichtigsten Wirkstoffe von Echinacea nur eine begrenzte Bioverfügbarkeit haben, das heißt, Ihr Körper nimmt nicht unbedingt alles auf und nutzt es, was auf dem Etikett steht – ein Grund dafür, warum die Studienergebnisse über die Jahre so gemischt ausgefallen sind.

Sicherheitshinweise

Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt die kurzzeitige Einnahme von Echinacea als wahrscheinlich sicher. Am häufigsten werden leichte Verdauungsbeschwerden wie Magenbeschwerden, Übelkeit oder eine Magenverstimmung berichtet. Manche Menschen reagieren allergisch, was gelegentlich schwer ausfallen kann, und dieses Risiko ist höher, wenn Sie bereits gegen verwandte Pflanzen wie Ambrosia, Chrysanthemen, Ringelblumen oder Gänseblümchen allergisch sind – das sollten Sie bedenken, wenn Sie auf diese schon einmal reagiert haben.

Kindern sollten Echinacea-Produkte nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt gegeben werden, da bei einigen Kindern in klinischen Studien Hautausschläge auftraten, bei denen es sich möglicherweise um allergische Reaktionen handelte. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken, etwa nach einer Organtransplantation, oder bestimmte Arzneimittel, die in der Leber verstoffwechselt werden, sollten Sie Echinacea zuvor Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke gegenüber erwähnen, da es Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen gibt. Schwangere oder stillende Frauen sollten sich ebenfalls medizinisch beraten lassen, da die Datenlage zur Sicherheit hier noch begrenzt ist. Wie bei jedem Nahrungsergänzungsmittel können Qualität und Reinheit zwischen den Marken schwanken, daher ist der Kauf in einer seriösen Apotheke wichtig.

Natürliche Nahrungsquellen

Echinacea findet sich nicht in Ihrer Ernährung wie Vitamin C im Gemüse auf dem Teller oder Ballaststoffe im Morgenmüsli – es ist ein Kraut, das gezielt als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird, keine Lebensmittelzutat. Typischerweise begegnet es Ihnen stattdessen in diesen Formen:

  • Getrocknete Kräutertee-Beutel, oft mit anderen Kräutern gemischt
  • Flüssige Tinkturen oder Tropfen, die in Wasser gegeben oder pur eingenommen werden
  • Kapseln oder Tabletten mit standardisiertem Trockenextrakt
  • Lutschtabletten, oft kombiniert mit Zink oder Vitamin C für die Erkältungszeit
  • Cremes oder Salben zur Anwendung auf der Haut

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Fazit

Echinacea ist kein Wundermittel, und die ehrliche Antwort großer Gesundheitsorganisationen lautet: Die Belege für eine Wirkung bei Erkältungen sind bestenfalls bescheiden und uneinheitlich. Dennoch bleibt es für viele Menschen in Berlin, die lange Bürotage, dicht getaktete Verabredungen und wechselhaftes Wetter zwischen überheizten Geschäften und feuchtkalter Luft draußen erleben, eine risikoarme Option, die sich mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Apotheke besprechen lässt – besonders, wenn Sie häufig krank werden. Echinacea ist nur ein Baustein unter vielen, kein Ersatz für Schlaf, ausreichend Flüssigkeit, Händewaschen und die Grundlagen, auf denen Ihr Körper tatsächlich läuft. Und wenn Erkältungen immer wiederkehren, egal was Sie ausprobieren, sollten Sie das beim nächsten Besuch in der Hausarztpraxis oder beim Gesundheits-Check ansprechen, statt auf unbestimmte Zeit Selbstmedikation zu betreiben.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Bitte sprechen Sie mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson, bevor Sie Ihre Ernährung oder Ihre Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ändern.

Quellen

  1. NIH NCCIH
    https://www.nccih.nih.gov/health/echinacea
  2. Mayo Clinic
    https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/common-cold/expert-answers/echinacea/faq-20058218
  3. PubMed Central (NIH)
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3457740/
  4. WebMD
    https://www.webmd.com/vitamins/ai/ingredientmono-981/echinacea
  5. Cleveland Clinic
    https://my.clevelandclinic.org/health/drugs/19313-echinacea-oral-dosage-forms